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College Recruiting 101: Visits

Nach dem wir uns im ersten Artikel der Reihe mit der Bewertung der einzelnen Recruits beschäftigt haben, geht es nun um wichtige Meilensteine im Recruiting-Prozess für Spieler und die Programme. Es geht dabei um die Visits der Recruits. Diese sind durch die NCAA klar geregelt und wie das im Detail aussieht, möchte ich euch hier einmal erläutern.

Official Visits

Top-Recruits haben in der Regel Angebote im zweistelligen Bereich von den besten Universitäten des Landes. Da will die Auswahl sorgfältig erfolgen, denn es ist schließlich eine wesentliche Entscheidung, wo man seinen Abschluss erreicht und bei welchem Programm man auch als Spieler am besten reift. Aber auch die College-Football-Programme, insbesondere der Coaching-Staff, haben ein großes Interesse daran, die Recruits näher kennenzulernen und sich ihnen zu präsentieren.

Um den direkten Kontakt zu ermöglichen, dürfen Recruits die Universitäten, die Interesse an ihnen haben, vor ihrem endgültigen Entschluss besuchen und sich einen Eindruck von der Institution und dem Football-Programm machen. So weit, so logisch. Bei der Bandbreite an Football-Programmen, existieren große Unterschiede bei der finanziellen Ausstattung der Programme und auch nicht jeder Recruit hat die Möglichkeit große Strecken auf eigene Kosten zu bewältigen. Official Visits sind daher Besuche, die komplett von der einladenden Universität finanziert werden. Zu der Kostenübernahme gehören:

  • Die An- und Abreise zum Campus für den Recruit und die Eltern bzw. nächsten Angehörigen, wenn diese im gleichen Transportmittel anreisen
  • drei Mahlzeiten am Tag
  • drei Tickets für ein Sport-Event der jeweiligen Uni

Die Dauer des Besuchs ist auf zwei Tage oder ein Wochenende begrenzt. Beim Lesen der Liste ist ein gewisses Potenzial für die Programme zu erkennen. Besonders relevante Recruits werden zu wichtigen Spielen der Saison eingeladen, um möglichst beeindruckt wieder nach Hause zu fahren in der Hoffnung, dass sich diese dann für das Programm entscheiden.

Einschränkungen von Official Visits

Wie bereits vorhin erwähnt, haben nicht alle Programme unbegrenzte finanzielle Ressourcen. Es existieren daher Regeln, um den Recruiting-Wettbewerb fairer zu gestalten. Recruits dürfen pro Schule nur einen offiziellen Visit wahrnehmen. Auch die gesamte Anzahl an offiziellen Visits pro Recruit ist begrenzt. Jedem Recruit stehen insgesamt fünf official Visits zu Verfügung. Hat also ein Top-Recruit beispielsweise 10 bis 20 Angebote und besucht 5 Universitäten, dann dürfte seine engere Auswahl klar sein. Daneben gibt es einen fest definierten Zeitraum, in dem official Visits stattfinden dürfen. Ab dem 1. August vor Beginn des Junior-Jahres dürfen Recruits Unis besuchen.

Während der sog. Dead Period dürfen keine Besuche stattfinden. Damit ist der Zeitraum gemeint, in dem der sog. Letter of Intent, also die verbindliche Entscheidung für eine Uni, unterschrieben werden kann.

Unofficial Visits

Damit sind Besuche gemeint, die der Recruit auf eigene Kosten trägt. Auch hier gilt die Einschränkung, dass unofficial Visits zum Zwecke des Recruitings nicht vor dem 1. August vor dem Jnuior-Jahr stattfinden dürfen. Ausnahme ist, wenn der Besuch ausschließlich der akademischen Informationsgewinnung dient. Speziell Universitäten in der unmittelbaren Nähe des Recruits bieten sich für unofficial Visits an, um einen Eindruck über den Campus etc. zu erhalten. Jeder Recruit kann so viele inoffizielle Besuche wahrnehmen wie er möchte.

Was passiert bei einem Besuch mit Recruiting-Schwerpunkt?

Neben ganz banalen Dingen, wie die Besichtigung von Klassenräumen, Bibliotheken und den Unterkünften auf und abseits des Campus, geht es natürlich in erster Linie darum, sich als Recruit einen unmittelbaren Eindruck vom Football-Programm zu machen. Der Austausch mit dem Coaching-Staff steht da natürlich ganz oben, denn diese sind die entscheidenden Personen für die weitere sportliche Entwicklung.

Darüber hinaus besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit Teile des Teams z.B. Spieler der eigenen Positionsgruppe näher kennenzulernen und sich mit diesen zum Football-Programm auszutauschen. Ein weiterer Vorteil für dieses Get Together ist die Möglichkeit der Recruits an Workouts mit den potentiellen zukünftigen Mitspielern teilzunehmen, da diese nicht von Coaches in dieser Phase nicht organisiert werden dürfen. In der Regel übernehmen diesen Part die Team-Captains.

Recruiting Kalender

Zu besseren Übersicht stellt die NCAA jährlich einen Recruiting-Kalender zur Verfügung, der transparent aufzeigt, wann was erlaubt ist.

Quelle: https://ncaaorg.s3.amazonaws.com/compliance/recruiting/calendar/2019-20D1REC_FBSMFBRecruitingCalendar.pdf

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  1. Holger

    Ich muss hier mal was loswerden. Ich bin vor ein paar Tagen auf Deine Seite gestoßen, durch den sidelinereporter. Und es ist aller Ehren wert, was Du hier so aufziehst. Ich arbeite mich gerade durch Deine College Previews, die ich wunderbar kurz und knackig finde, ein prima Überblick. Wenn ich damit fertig bin, kommen die NFL-Artikel dran. Mach bitte bloß weiter so, Du hast einen neuen Stammleser gefunden.

    • Peter

      Hallo Holger,

      vielen Dank für das sehr positive Feedback. 🙂 Selbstverständlich mache ich weiter und freue mich natürlich auch über konstruktive Kritik, Wünsche etc.

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