Nach einer aufregenden Woche in den USA mit zahlreichen Sportevents habe ich die Zeit gefunden einiges an Spielen nachzuholen, die ich durch meinen Trip zu den Notre Dame Fighting Irisih zwangsläufig verpasst habe. Die Tatsache, dass es an jenem Wochenende kein einziges Machup zwischen gerankten Teams gab, sorgte aber nicht dafür, dass die Spiele langweilig waren. Selbst das Spiel in South Bend zwischen den Fighting Irish und den New Mexico Lobos war extrem unterhaltsam und bot mit 66 Punkten für die Irish immerhin die höchste Punktzahl eines Power-5 Teams an diesem Spieltag. Not bad.

Ranking Update

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Iowa States Suche nach der CyHawk-Trophy

Bereits zum fünften Mal hintereinander gewannen die Iowa Hawkeyes die CyHawk-Trophy im Matchup gegen den Instate-Rivalen, die Iowa State Cyclones. Ein Spiel was vermutlich wegen der längeren Unterbrechung in Erinnerung bleiben wird. Iowa State, welches vor der Saison u.a. auch von mir hoch gehandelt wurde, konnte offensiv auch in diesem Spiel nicht überzeugen. Zwar war man in Sachen total Yards dem Gegner mit 418 zu 313 klar überlegen und Wide Receiver Tarique Milton hatte einen sehr guten Tag mit 8 Receptions, 144 Rec-Yds und einem Touchdown, aber ansonsten war es eine sehr ineffiziente Vorstellung von Quarterback Brock Purdy und Co. Am Ende verbuchten die Cyclones gerade mal 17 Punkte. Dank eines Stopps im vierten Versuch des letzten Quarters stoppte die Iowa Defense die Angriffsbemühungen der Cyclones und sicherte sich damit den erneuten Sieg in dieser Rivalry. Überragend war mal wieder die Hawkeyes-Defense. QB Nate Stanley erzielte zwei Touchdowns, einen per Pass und einen per Lauf.

Ein neuer Stern am Himmel über South Carolina?

Eines muss man definitiv festhalten. Leicht haben es die South Carolina Gamecocks aktuell nicht, stehen sie doch eindeutig im Schatten des Instate-Rivalen aus der ACC und nationalen Meisters den Clemson Tigers. Das vergangene Wochenende bot daher die Gelegenheit sich einem größeren Publikum zu präsentieren, denn es war niemand geringeres zu Gast als der SEC-Primus, die Alabama Crimson Tide. Kaum jemand rechnete mit einem Upset der Gamecocks, aber das Spiel könnte das Breakout-Game eines neuen Quarterback-Stars gewesen sein: South Carolina Freshman Ryan Hilinski.

Besonders herausragend war der Touchdown-Pass auf WR Shi Smith zum 10-14 aus Sicht der Gamecocks:

Die Gamecocks konnten das Spiel zwar nur bis zur Mitte des zweiten Quarters knapp halten, aber dennoch dürfte ihnen dieser Auftritt Schwung für die kommenden Wochen und Hoffnung für die weitere Zukunft geben.

Pyrrhus-Sieg für die Gators

Schlechte Nachrichten gibt es aus Gainesville, Florida zu vermelden. Quarterback Feleipe Franks verletzte sich nach einem Tackling von hinten und musste darauf hin das Spielfeld verlassen.

Bis zu dieser Verletzung konnte er mit 12/17 Pässen und 174 Yds, einem Touchdown bei einer Interception überzeugen. Am Anfang der Woche stellte sich heraus, dass es sich um eine schwere Knöchelverletzung handelt, die Franks Saison beendet hat. Der 29-21 Sieg der Gators gegen Kentucky wurde daher mehr als teuer erkauft.

Eine Frage der Perspektive

Für Aufregung sorgte die Liveübertragung der Notre Dame Fighting Irish gegen die New Mexico Lobos. Jedoch war nicht das Spiel der Anlass für Kritik, sondern die Kameraperspektive der NBC-Übertragung.

Besonders in der Kritik war der Blickwinkel der Perspektive, welcher z.T. so ungünstig war, dass nicht alle Receiver beim Snap zu sehen waren. Zu den Hintergründen hat Andy Staples einen sehr interessanten Artikel in The Athletic geschireben. Das Spiel an sich war, wie ich eingangs geschrieben habe sehr eindeutig. Bemerkenswert war die Leistung von Irish-QB Ian Book dennoch. Er erzielte 5 Touchdowns bei 15/24 Versuchen für 360 Yds. Er profitierte aber auch ganz stark von den Yards after Catch seiner Receiver. Herausragend hier war WR Chase Claypool mit 4 Catches für 96 Yds und einem Touchdown.

Sooners Watch in Woche 4

Die ersten drei Spiele für die Sooners sind gespielt und die Offense macht statistisch da weiter wo sie in der vergangenen Saison aufgehört hat. Platz 1 in S&P+ spricht eine eindeutige Sprache. Mit über 10 Yds per Play erzielen die Sooners quasi im Schnitt mit jedem Play ein First Down, ein absurder Wert. Auf der Gegenseite steht eine Defense, die sich statistisch eindeutig verbessert hat. Platz 53 in S&P+ ist kein Spitzenwert, aber in der Kombination mit der starken Offense macht es die Sooners weiterhin zu einem legitimen Anwärter auf einen Platz in den Playoffs.

In Woche 3 waren die Sooners zu Gast im Rose Bowl Stadion zu Pasadena und durften sich mit Chip Kellys UCLA Bruins messen. Nach meiner Rückkehr aus South Bend konnte ich tatsächlich noch die zweite Halbzeit verfolgen und das was ich sah gefiel mir ausgesprochen gut. Alle Drives in der erste Halbzeit führten zu Punkten. Jalen Hurts sah wieder ausgesprochen gut aus und die Defense konnte dogar mal zwei Turnover kreieren.

Nun sind die UCLA Bruins nicht der Maßstab für Oklahoma, aber offensichtlich zeigt die neue Defense große Fortschritte und vor allem die neuformierte O-Line scheint bereits sehr früh sowohl im Pass- als auch im Laufspiel ausreichend Schutz zu bieten. Interessant bleibt, wie sich die Sooners präsentieren, sollte das Laufspiel mal nicht so effizient funktionieren. Gegen UCLA liefen die Sooners 41 und passten gerade 23 mal. Jetzt wartet zunächst einmal ein freies Wochenende. In der Woche darauf wartet ein Heimspiel gegen die Texas Tech Red Raiders auf die Oklahoma Sooners.

Showdown in Athens

In der Nach von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr findet ein echter Kracher in Athens, Georgia statt. Die Georgia Bulldogs empfangen die Notre Dame Fighting Irish zum Duell zweier Top-Ten Teams. Es ist das Rückspiel des Duells von vor zwei Jahren, welches in South Bend stattfand und welches Georgia knapp mit 20-19 gewinnen konnte. Es handelt sich im übrigen bei dieser Partie um eine der wenigen SEC@CBS-Partien, die spät stattfinden, was für die Relevanz des Spiels spricht.

Auch wenn Notre Dame vermutlich etwas zu hoch gerankt ist, dürfte es eine durchaus interessante Partie werden, die vor allem der Georgia Defense einiges abverlangen dürfte. Nach S&P+ ist die Irish Offense um Quarterback Ian Book durchaus in der Lage einige Punkte aufs Board zu bringen. Die schnellen Receiver sind besonders im Lauf nach dem Catch stark und da muss die Bulldogs Defense, immerhin ebenfalls an Nr. 7 gerankt nach S&P+ ansetzen. Eine Schwäche der Irish ist vor allem ihr Laufspiel. Mit dem Abgang von Dexter Williams ist noch kein ebenbürtiger Nachfolger des Running Backs gefunden worden. RB Tony Jones Jr. erlief zwar bislang 6 Yards pro Lauf, aber das gegen eher suspekte Defenses. Hinzu kommt, dass die Defense der Bulldogs gegen den Lauf zu den besten des Landes gehört (2.1 Yards pro Lauf zugelassen).

Auf der anderen Seite des Balls lauert vermutlich der spielentscheidende Knackpunkt des Spiels und der große Vorteil der Bulldogs. Notre Dames Defense ist mit bislang 377.5 zugelassenen Yards pro Spiel nur Nr. 71 landesweit. Nach S&P+ immerhin noch Nr. 29, aber die Offense der Bulldogs gehört in den wesentlichen Kategorien zu den Top-10 des Landes. RB D’Andre Swift hat das Zeug dazu die Verteidigung der Irish in Grund und Boden zu laufen. Hinzu kommt, dass Junior-QB Jake Fromm bislang eine sehr gute Saison spielt und vom Laufspiel dann profitieren wird.

Daraus folgend ist Georgia mit 14.5 Punkten favorisiert. Ich persönlich glaube, dass Georgia das Spiel gewinnen wird, aber das Notre Dame das Spiel enger halten wird als viele glauben. Mein Tipp: 30-24 Bulldogs.

Duell der Verfolger in der SEC West

Etwas spannender dürfte es in der ersten CBS-Partie des Tages zugehen, wenn die Auburn Tigers bei den Texas A&M Aggies im Kyle Field aufeinander treffen. Beide Teams stehen in der SEC West im Schatten der übermächtigen Alabama Crimson Tide, weswegen Siege gegen die direkten Konkurrenten um den Platz dahinter besonders wichtig sind. Während Auburn noch ungeschlagen ist und bereits mit Oregon ein Power House geschlagen hat, stehen die Aggies mit einer 2-1 Bilanz da. Die Niederlage stammt aus der vorvergangenen Woche gegen den aktuellen Landesmeister Clemson Tigers. Der Druck dürfte bei den Aggies daher etwas höher sein als bei den Tigers aus Auburn. Hinzu kommt, dass Texas A&M neben LSU und Alabama auch noch bei Georgia antreten muss. Ein äußerst brutales Programm.

Rein offensiv gehören beide Teams laut S&P+ zu einem Tier. Der Unterschied hierbei ist tatsächlich marginal. In Bezug auf die total Stats sind die Aggies produktiver im Passpiel und die Tigers eher im Laufspiel. Sollte das Laufspiel der Tigers allerdings am Samstag nicht funktionieren, sind sie auf ihren Freshman-QB Bo Nix angewiesen, was sich als ein Nachteil erweisen dürfte. Auburns O-Line sollte daher einen guten Tag erwischen um die nötigen Räume für RB Jatavarious Whitlow freizublocken.

Etwas entscheidender hingegen ist die Ausgangslage auf Seiten der Defense. Auburns mächtige Defensive Line ist eine der besten im Lande und das Texas A&M mit guten D-Lines Probleme hat, zeigte das Spiel gegen Clemson. Aufpassen müssen die Aggies auf DE Marlon Davidson und DT Tyrone Truesdell. Beide haben bereits zusammen 4.5 Sacks produziert. Texas Q&M QB Kellen Mond wirkte bei der Partie gegen Clemson alles andere als sicher und ich gehe davon aus, dass ihm der Pass Rush der Tigers einige Probleme bereiten wird.

Texas A&M ist zwar mit 3.5 Punkten favorisiert, aber ich gehe mit einem knappen Sieg der Tigers aus, weil sie die insgesamt bessere Defense haben. Mein Tipp: 21-17 Auburn.

Härtetest für Harbaugh

Für die Teams aus Michigan und Wisconsin ist es die erste Partie nach einer erholsamen Bye-Week. Unterschiedlicher konnte die Verabschiedung in die Bye-Week allerdings nicht sein. Während Wisconsin die ersten beiden Spiele gegen South Florida und Central Michigan klar gewann und bislang noch keine Punkte kassierte, lief es für Michigan nicht so rund. Die Wolverines gewannen die erste Partie gegen Middle Tennessee standesgemäß, tat sich aber unglaublich schwer gegen Army und stand dabei am Rande einer Niederlage.

Spannend ist die Tatsache, dass die Michigan Defense nach S&P+ die Nr. 1 im Lande ist. Problematisch ist aber, dass die Offense, trotz der Umstellung durch neu-OC Josh Gattis nach wie vor ziemlich blutleer wirkt. Das sollte nicht so sein und könnte gegen die Defense der Badgers, die an Nr. 10 gerankt sind, ein echtes Problem werden. Michigans Offense muss vor allem drauf achten, dass sie nicht schon wieder so viele Fumbles produzieren. Es sind bereits jetzt mehr als in der gesamten vergangenen Saison. RB Zach Charbonnet hatte ein gutes letztes Spiel und könnte für die nötige Entlastung mit seinem Laufspiel sorgen. QB Shea Patterson hat bislang ein solides Jahr, aber eben noch kein überragendes und das trotz des starken Wide Receiver Corps um Donovan Peoples-Jones und Tarik Black. Wisconsin kann sich auf sein produktives Linebacker-Corps verlassen und sie werden alles dafür tun, um die Michigan Offense eindimensional werden zu lassen.

Die Wisconsin Offense wird von Star-RB Jonathan Taylor getragen hat aber in diesem Jahr auch einen Quarterback, der häufiger passen darf als es in den vergangenen Jahren der Fall war. Junior-QB Jack Coan hat bislang gut 76 Prozent seiner Pässe an den Mann gebracht und erzielte dabei 5 Touchdowns und keine Interception. Hinzu kommt, dass Wisconsin traditionell eine sehr starke O-Line aufstellt. Hier gefällt speziell Center Tyler Biadasz, der im kommenden Jahr ein hoher Draft Pick sein könnte.

Aber wie bereits oben erwähnt ist die Michigan Defense immer in der Lage jeden Gegner zu bremsen. Dieses Matchup wird daher entscheidend sein und ich kann mich hier nicht auf einen klaren Sieger festlegen. Alles in allem rechne ich mit einem sehr engen Spiel mit vermutlich wenigen Punkten. Mein Tipp: 23-20 Michigan.

Honorable Mentions

  • #23 California @ Ole Miss Sa. 18 Uhr – ESPNU und Pro Sieben Maxx

Das Spiel im Free TV bestreiten diesmal die Cal Golden Bears und die Ole Miss Rebels. Während Cal bereits einen Sieg gegen das vergleichsweise hochgehandelte Washington einfahren konnte, enttäuschten die Ole Miss Rebels zu beginn der Saison. Vor allem offensiv ist da noch Luft nach oben. Es folgten immerhin noch zwei Siege gegen Arkansas und das unterklassige Southeastern Louisiana. Beide Teams gehören mit ihren Defenses zu den Top-20 nach S&P+, weswegen hier durchaus ein interessantes Defensive-Matchup zu sehen sein dürfte. Der letzte Stopp des Spiels könnte tatsächlich der entscheidende werden.

  • Michigan State @ Northwestern Sa. 18 Uhr – ABC

Ein weiteres Spiel mit einem klaren Defense-Fokus ist die Partie der Spartans bei den Wildcats. Die Spartans Defense ist immerhin Nr. 3 landesweit, die Northwestern Defense Nr. 17. Beide Offenses hingegen tun sich traditionell extrem schwer, weswegen nicht viele Punkte zu erwarten sind. Ausnahme könnten natürlich Defense-Touchdowns sein. Ich gehe hier von einem Sieg der Spartans aus, da vor allem Northwestern-QB und Clemson-Transfer Hunter Johnson noch nicht wirklich angekommen ist und ihm die monströse Defense vermutlich extreme Probleme bereiten wird. Ein interessanter Spieler to watch auf Seiten von Northwestern bleibt LB Paddy Fisher.

  • #22 Washington @ BYU Sa. 21:30 Uhr – ABC/ESPN2

Erwähnenswert: BYU ist das einzige Power-5 Team, welches in den ersten vier Wochen ausschließlich andere Power-5 Teams gespielt hat. Den Abschluss dieser Serie machen die an Nr. 22 gerankten Washington Huskies. QB Jacob Eason, der per Transfer von den Georgia Bulldogs kam, spielt bislang eine gute Saison. Ihm gelangen bislang 773 Pass-Yds, 7 TDs bei einer INT. Das letzte Spiel gegen Hawai’i war die bislang überzeugendste Vorstellung Easons. Beide Teams sind 2-1 und es könnte eine unterhaltsame Partie werden. Der Druck liegt aber eindeutig bei Washington, die bereits eine Conference Niederlage verbucht haben und eigentlich zu den besseren Teams der Pac-12 gehören.

  • Louisville @ Florida State Sa. 21:30 – ESPN

Wird der Stuhl unter Florida State HCs Taggarts Hintern noch heißer? Eine Niederlage gegen Louisville und die Versuchung die vertraglich vereinbarte Abfindung in Höhe von 16 Mio. $ zu zahlen, wird wohl immer verlockender.

  • Oklahoma State @ #12 Texas So. 01:30 Uhr – ABC

Texas hat sich nach der knappen Niederlage gegen LSU wieder aufgerappelt und QB Sam Ehlinger ist bislang fehlerfrei unterwegs. Mit den Oklahoma State Cowboys folgt nun der erste Conference-Prüfstein und die Offense um QB Spencer Sanders, RB Chuba Hubbard und Star-WR Tylan Wallace. Diese Offense kann der an sich ordentlichen Texas-Defense um S Caden Stern einige Problem bereiten. Auf der anderen Seite dürfte der Unterschied sein, dass die Texas-Offense der Cowboys-Defense noch deutlicher überlegen sein wird. Vorteil Texas.

Nicht verpassen solltet ihr…

…folgende Previews:

Zu guter Letzt

Ich werde demnächst den einen oder anderen ausführlicheren Reisebericht veröffentlichen. Der erste wird dann mein Bereicht zum Notre Dame Spiel sind, der kommende Woche erscheint. Allerdings auf einer anderen Plattform. Folgt mir gerne auf Twitter, dann seid ihr auf dem aktuellsten Stand. 😉