Nach zwei durch Krankheit geplagten Wochen nun wieder ein (kurzes) Lebenszeichen in Schriftform von meiner Seite. Die Hate Week steht an und ich möchte diesmal einen komprimierten Überblick über ein paar Highlight Matchups geben. Eine ausführlichere Vorschau folgt dann aller Voraussicht dann in Form eines Podcasts bei Julian.

Ranking Update

Rivalitäten mit Playoff-Implikationen

“The Game” – #1 Ohio State @ #13 Michigan Sa. 18 Uhr – FOX

Vielleicht DIE Rivalry im College Football. Es ist bereits der fünfte Anlauf für Michigan Head Coach Jim Harbaugh dieses Derby zu gewinnen. Nicht wenige Michigan-Fans knüpfen seine Zukunft an den Ausgang dieses Spiels, aber die Ausgangslage ist nicht gerade optimal. Ohio State spielt eine überragende Saison. Die Buckeyes haben mit ihren Playmakern sowohl in der Offense als auch in der Defense bislang alles platt gemacht, was sich ihnen in den Weg gestellt hat. Michigan kann zumindest ein Formhoch verzeichnen. Die letzten vier Spiele gewannen die Wolverines deutlich und, erfreulich aus ihrer Sicht, ist die Tatsache, dass die Offense nun scheinbar ins Laufen gekommen ist. QB Patterson erzielte gegen ein solides Indiana-Team 5 Touchdowns bei 366 Yds.

Ich sehe dennoch die Buckeyes als klaren Favoriten und denke, dass sie das Spiel mit zwei Touchdowns Unterschied gewinnen werden.

“Palmetto Bowl” – #3 Clemson @ South Carolina Sa. 18 Uhr – ESPN

Diese Rivalität war in den letzten 10 Jahren komplett ausgeglichen. Fünf Siege für Tigers, fünf Siege für für Gamecocks. Allerdings gewannen die Tigers die letzten fünf Duelle und es deutet nicht darauf hin, dass South Carolina dieses Jahr diese Serie wird brechen können. Das famose Laufspiel um Star-RB Travis Etienne wird vermutlich der Schlüssel zum Erfolg sein. Im Schnitt erläuft die Clemson Offense 260 Yds pro Spiel. Mit 10.7 Punkten pro Spiel lassen sie auch entsprechend wenig zu und sind daher zu Recht ungeschlagen. Der vergleichsweise unerfahrene Gegner steht aktuell bei 4-7 und kann immerhin einen knappen Sieg gegen Georgia aufweisen.

Für Samstag sehe ich allerdings kein Land für die Gamecocks. Ein Sieg mit mindestens drei Touchdowns Unterschied liegt im Bereich des Möglichen für die Clemson Tigers.

“Clean, Old-Fashioned Hate” – #4 Georgia @ Georgia Tech Sa. 18 Uhr – ABC

Auch diese Partie dürfte eine klare Angelegenheit zu Gunsten des Playoff-Anwärters sein. Georgia Tech konnte in diesem Jahrtausend bislang vier Mal gegen Georgia gewinnen, jedoch gewannen die Yellow Jackets all diese Partien in Athens. Der letzte Heimsieg datiert aus dem Jahr 1999. Georgia spielt bis dato eine solide Saison und gab sich nur einmal knapp gegen South Carolina nach Overtime geschlagen. Die schwereren Gegner des Schedules konnten zwar nur knapp, aber immerhin geschlagen werden. Die restlichen Spiele gewannen die Bulldogs deutlich. Quelle dieses Erfolgs ist die eisenharte Defense. Die Offense hatte ich zu Beginn der Saison dominanter erwartet, aber das unerfahrene Receiving Corps, ein unter Par spielender QB Jake Fromm und ein uninspiriertes Playcalling lassen die Bulldogs Offense meist durchschnittlich aussehen.

Georgia Tech steckt mitten im Rebuild und hat bis dato nur drei Siege mit jeweils maximal einem Touchdown Unterschied erzielt. Selbst die etwas müde wirkende Offense Georgias dürfte hier zu einigen Punkten und einem ungefährdeten Sieg kommen.

“Iron Bowl” – #5 Alabama @ #15 Auburn Sa. 21:30 Uhr – CBS

Kommen wir zur ersten Rivalry ohne Conference-Championship-Teilnehmern. Der Iron Bowl ist vermutlich die relevanteste Rivalität im tiefen Süden der Staaten und hat eigentlich fast immer eine Relevanz in Bezug auf das SEC-Finale und/oder die Playoffs. Dieses Jahr allerdings sieht das anders aus. Alabama verlor das direkte Matchup gegen LSU und verpasste somit den Einzug, Auburn ist allgemein noch ein Stückchen weiter weg. Da jedoch ein One-Loss SEC-Team wie Alabama noch nicht komplett raus aus der Playoff-Diskussion ist, wird auch dieses Spiel mit großer Spannung erwartet.

Die Crimson Tide leiden diese Saison unter großem Verletzungspech. Ein wesentlicher Teil der Defense läuft mittlerweile mit True Freshmen auf und QB Tua Tagovailoa zog sich vorletzte Woche bekanntlich einen Hüftbruch zu. Die Offense profitiert allerdings von einem der besten Wide Receiver Corps im Lande. Jerry Jeudy, Henry Ruggs und DeVonta Smith zerlegen regelmäßig die Secondaries der Gegner.

Nun treffen die Crimson Tide auf die starke Defense der Auburn Tigers, die vor allem in der D-Line mit Derrick Brown und Marlon Davidson echte Playmaker haben. Alabama QB Mac Jones wird das eine oder andere Mal den Druck zu spüren bekommen, wenn er den den Ball zugesnappt bekommt. Vorteil für Alabama: Auburn QB Bo Nix ist Freshman und dürfte gegen die nach wie vor sehr talentierte Alabama Defense durchaus seine Probleme bekommen. Ich sehe daher die Crimson Tide in einem knappen Duell vorne.

“Minnesota–Wisconsin football rivalry” – #12 Wisconsin @ #8 Minnesota Sa. 21:30 Uhr – ABC

Einfache Rechnung in dem Spiel: Der Sieger fährt als Sieger der Big Ten West nach Indianapolis und darf sein Glück gegen die Ohio State Buckeyes probieren. Für Minnesota wäre es die erste Teilnahme am Conference-Finale. Vermutlich wäre die Finalteilnahme der Gophers dann auch mindestens mit einer Teilnahme am legendären Rose Bowl verbunden und bei einem, zugegeben unwahrscheinlichen, Sieg gegen Ohio State wäre sogar die Playoff-Teilnahme sehr wahrscheinlich. Passend zu diesem Duell wird ESPN College Gameday das erste Mal überhaupt am Campus der Gophers gastieren.

“Bedlam” – #9 Oklahoma @ #21 Oklahoma State So. 02 Uhr – FOX

Last but not least mein persönlicher Favorit an diesem Wochenende: das Bedlam-Spiel zwischen OU und den Oklahoma State in Stillwater. Die Sooners gewannen vier der letzten fünf Duelle und davon auch die letzten vier am Stück. Der letzte Sieg der Cowboys vor eigener Kulisse liegt bereits acht Jahre zurück.

Die Sooners sind seit ihrer Niederlage gegen Kansas State ungeschlagen, aber taten sich durchweg schwerer als in den Spielen zuvor. Zahlreiche Turnover der eigenen Offense störten das ansonsten starke Spiel um Jalen Hurts und Co. gewaltig. Immerhin konnte sich die Defense in den letzten beiden Spielen wieder stabilisieren. Oklahoma State hingegen muss seit ein paar Wochen auf Star-WR Tylan Wallace und auf QB Spencer Sanders verzichten. Mittelpunkt des Angriffspiels der Cowboys ist aber eh der kanadische Running Back Chuba Hubbard, der bislang über 1.800 Yds erlief und dabei 20 Touchdowns erzielte. Auf der anderen Seite der LOS spielt sein Landsmann Neville Gallimore, der versuchen wird die Lücken möglichst häufig zu schließen. Ich gehe davon aus, dass es ein typischer Big 12 Shootout werden wird und die Sooners am Ende die Oberhand behalten werden. Das Upset-Potenzial ist jedoch durchaus gegeben.

Weitere, ausgewählte Rivalries ohne Playoff-Implikationen

Virginia Tech @ Virginia Do. 18 Uhr – ABC

#16 Notre Dame @ Stanford Sa. 22 Uhr – FOX

“Civil War” – Oregon State @ #6 Oregon Sa. 22 Uhr – Pac-12 Network Vorschau beim Collective of Ducks