Early Signing Period 2019 Recap

Die Tinte auf den zahlreich unterschriebenen Letter of Intents ist bereits getrocknet, was mir ermöglicht einen kleinen, aber feinen Rückblick auf das Resultat des Signing Days zu werfen. Neben vielen planmäßigen Unterschriften, nutzten Recruits das mediale Rampenlicht um ihre Entscheidungen öffentlich zu verkünden bzw. in Einzelfällen komplett über den Haufen zu werfen. Es war wie jedes Jahr ein sehr aufregender Tag für alle Beteiligten. 

Relevanz von gutem Recruiting

Wie wichtig gutes Recruiting ist, zeigt folgende Statistik: Seit dem ersten Playoff in der Saison 2014 haben es 24 Teams (Programme, die es mehr als einmal in Playoff geschafft haben, werden pro Jahr einzeln gezählt) ins Playoff geschafft. 22 der 24 Teams hatten einen Talentranking, welches mindestens zu den Top-15 des Landes gehörte (Quelle: Athlon Cover 2 Podcast).

Top-10 Team Rankings (Stand: 20.12.2019, 20 Uhr)

Quelle: 247 Sports

OU Watch: #20deep

Der Hashtag der #20deep zur Recruiting-Klasse war Programm. Die Tiefe des Kaders spielte eine nicht unwesentliche Rolle bei der Verpflichtung der neuen Talente. Insbesondere das Recruiting auf der defensiven Seite des Balls stand ganz oben auf der Liste. Defensive Coordinator Alex Grinch hatte nach der Umstellung der Defense zur neuen Saison nun die Aufgabe zusammen mit seinen Position-Coaches entsprechende Talente zu rekrutieren. Die Sooners haben durch den Wechsel auf der Head Coach Position vor drei Jahren einen großen Schritt nach vorne im Recruiting machen können, nur galt das bislang fast ausschließlich für die offensiven Positionen. Entsprechend zeigte sich das Gap im Talentlevel auf dem Platz. 

Quelle: 247 Sports

Die wichtigsten Signees für die Defense 2020

Trotz der Tatsache, dass der am höchsten bewertete Recruit der Defense, Reggie Grimes seinen LOI noch nicht unterschrieben hat und er dies nach eigener Aussage nicht vor Februar vorhat, ist dies aus meiner Sicht eine Klasse, die sich sehen lassen kann. Die Verpflichtung im defensiven Backfield war bitter nötig, zählt dieser Bereich doch zu den größten Achillesfersen der Sooners Verteidigung. Mit Kendall Dennis und Joshua Eaton bekamen die Sooners noch am ersten Tag der Early Signing Period die Zusage und Unterschrift der beiden Defensive Backs. Für beide Spieler gab es die Tendenz in Richtung Oklahoma, aber es darf  doch als Überraschung gewertet werden, dass sich beide dann tatsächlich fest für OU entschieden haben. Erwähnenswert ist, dass die beiden besten Defensive Tackles von Junior Colleges zu den Sooners stoßen werden. Die 4-Sterne Recruits Perrion Winfrey und Josh Ellison sollen die in diesem Jahr gestärkte Front weiter verbessern. Fakt ist: Die Unterschrift der beiden talentierten DBs wird die Secondary der Sooners massiv verstärken. 

Die wichtigsten Signees für die Offense 2020

Waren es noch drei 5-Sterne Recruits im Vorjahr, weist die diesjährige offensive Klasse der Sooners etwas überraschend keinen einzigen 5-Sterner auf. Aber halten wir uns nichts zu lange mit Details auf. Highlight der Klasse sind die beiden Guards Nate Anderson und Andrew Raym. Es handelt sich dabei um die an Nr. 1 und an Nr. 2 gerankten Guards landesweit. In Kombination mit dem äußerst erfolgreichen O-Line Coach Bill Bedenbaugh dürften die beiden ein Segen für die Offense sein und die Serie an erfolgreichen O-Line-Units dürfte mindestens noch ein paar Jahre halten. Auf den Skill-Positionen erhalten die Sooners mit RB Seth McGowan einen sehr vielseitigen Back und mit WR Marvin Mims ein Talent, dass zahlreiche Texas-Rekorde im High School Football pulverisiert hat. Ein Wermutstropfen: RB Jase McClellan, ein Sooners Commit seit 2017, entschied sich nach einem offiziellen Besuch bei Alabama dann schlussendlich für die Crimson Tide aufzulaufen. 

Gewinner der Early Signing Period

Clemson Tigers


Die Nr. 1 Klasse des Landes mit 6 Recruits, die als 5-Sterner gewertet werden. Das reicht dicke, um als Gewinner gewertet zu werden. Zu den Top-Signees zählen mit Bryan Breese der beste DT im Lande, mit Myles Murphy der beste SDE im Lande und mit DJ Uiagalelei der beste QB im Lande. Vor allem letzterer dürfte sehr gute Karten haben, Trevor Lawrence nach der kommenden Saison zu beerben. Uigalelei spielte an der renommierten kalifornischen High School St. John Bosco und war seit seinem Sophomore-Jahr Starter.

Texas A&M

Texas A&M ist die Nr. 1 in Texas, zumindest in der Kategorie Recruiting. Der Staat Texas ist reich an Talent und vor allem reich an Spitzenathleten. Head Coach Jimbo Fischer kann aktuell die sechstbeste Klasse des Landes aufweisen. Zu ihr gehören der 5-Sterne WR Demond Demas und der Nr. 1 Safety im Lande Jaylon Jones.

Oregon

Den Oregon Ducks unter Head Coach Mario gelang es in dieser Signin Periode den an Nr. 1 gerankten Inside Linebacker Justin Flowe zu verpflichten. Zusammen mit ILB Noah Sewell sind es zwei 5-Sterne Signees für eine bereits in diesem Jahr stark auftrumpfende Defensive um bald Sophomore-DE Kayvon Thibodeaux. Zwar liegen die Ducks im Team-Ranking noch knapp hinter den Washington Huskies, aber es ist eine klare Strategie im Recruiting Oregons erkennbar und die Tatsache, dass man neben Thibodeaux im Vorjahr nun zum zweiten Mal hintereinander einen Top-Recruit aus Südkalifornien für sich gewinnen konnte, spricht eine klare Sprache.

Maryland 

F*cking Maryland unter den Gewinnern? Nun, wenn ein Programm wie Maryland es schafft einen der besten Wide Receiver des Landes für sich zu gewinnen, dann steht es zu Recht unter den Gewinnern der Early Signing Period. WR Rakim Jarret aus Washington D.C. (Nr. 2 WR im Lande) löste sein Commitment bei den LSU Tigers und wird somit der am höchsten rekrutierte Signee der Maryland-Geschichte.

Verlierer der Early Signing Period

USC / UCLA

Es läuft nicht in Los Angeles im College Football Recruiting. UCLA, zwar kein Blue Blood Programm, aber immerhin ein Programm, welches im Bereich Südkalifornien als Aushängeschild gilt, schafft es erneut nicht, ein Top-25 Talent aus dem eigenen Staate zu rekrutieren. USC hat sogar die schwächste Klasse der Pac-12, eine Tatsache, die noch vor ein paar Monaten undenkbar wäre. In den letzten Jahren konnten die Trojans noch einige Talente im Februar verpflichten, was sich in diesem Jahr nicht mehr andeutet.

Forida

Die Gators haben die Nr. 8 Klasse des Landes und die Nr. 6 in der SEC. Dies zeigt einmal mehr, wie stark die SEC rekrutiert, aber es zeigt auch das Problem für die Gators. In dieser Saison zogen sie den kürzeren gegenüber den Georgia Bulldogs in der SEC East und dürften mit dieser Klasse keinen Boden gut machen, zumal die Bulldogs die Nr. 2 SEC-Klasse haben. Der letzte 5-Sterne Recruit der Gators wurde noch zu Zeiten von Jim McElwain verpflichtet.

Der Bodensatz der SEC

Noch dramatischer ist die Situation für Programme wie Arkansas (Nr. 58 Klasse landesweit, noch hinter Duke) oder Missouri (Nr. 81 Klasse landesweit, noch hinter Troy und Western Michigan). Hier dürfte es in den nächsten Jahren ein noch größeres Gap zur Spitze der SEC geben.

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